Ein Hospiz für Eisleben und Umgebung

Anfangs stand nur eine Idee im Raum, wie es wäre, auch in der Region um Eisleben ein stationäres Hospiz vorhalten zu können. Der Gesellschafter der Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft gGmbH (AHG) Dessau-Roßlau, die Kanzler von Pfau ́sche Stiftung, setze sich insbesondere für dieses Vorhaben ein und bat sofort die Geschäftsführung der AHG um Unterstützung, die bereits über umfangreiche Erfahrung in der stationären Hospizarbeit und im Bau von Hospizen verfügt.

Die Idee, schwerstkranke und sterbende Menschen bis an ihr Lebensende in der Region zu versorgen und zu begleiten, reifte immer weiter und letztendlich erfolgte ein erstes Abklopfen bei der Lutherstadt Eisleben und bei den Kostenträgern bzgl. des Bedarfes und der Akzeptanz der künftig vorgesehenen Einrichtung.

Auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück konnte der Gesellschafter Kanzler von Pfau ́sche Stiftung weiterhelfen und ein Grundstück zum Verkauf anbieten. Mit Beauftragung einer Architektin nahm das Vorhaben nun auch bauliche Strukturen und Formen an. Die erforderlichen bürokratischen Prozesse wurden in Gang gesetzt.

Die Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft gGmbH betreibt bereits seit 2007 das Anhalt-Hospiz in Dessau und seit 2017 das Anhalt-Hospiz in Zerbst. Des Weiteren hält die Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft gGmbH an diesen Standorten einen ambulanten Hospizdienst mit integriertem Kinder- und Jugendhospizdienst und die spezialisierte ambulante Palliativversorgung vor. Die Kanzler von Pfau ́sche Stiftung betreibt ebenfalls seit vielen Jahren ambulante Hospizdienste in Bernburg, Köthen und auch Eisleben, sodass beide nicht unbedarft an das Vorhaben herangehen und sich eher immer wieder gegenseitig befruchten.

Erstmalig wird die Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft gGmbH einen Teil der Kapazitäten für eine spezialisierte Versorgung für Menschen mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) anbieten. Das entstehende Gebäude wird in Anlehnung an die Schutzheilige der Bergleute St. Anna und das nach ihr benannte ehemalige Augustinerklosters St. Anna den Namen „Annen-Hospiz“ tragen und befindet sich in direkter Nachbarschaft zum bekannten „Heilig-Geist-Stift“ der Kanzler von Pfau ́sche Stiftung und wird aufgrund der Gegebenheiten des Grundstückes ein Mehretagenhaus sein. Mit zwölf (12) geräumigen Einzelzimmern mit je eigenem Sanitärbereich entspricht es den modernen und zukunftsorientierten Anforderungen an Bau und Patientenbedarf.

Im Neubau werden auch der ambulante Hospizdienst und ein Palliative-Care-Team (SAPV) ihren Platz haben. Dadurch entsteht in der Stadt Eisleben ein Hospiz- und Palliativzentrum und bereichert und ergänzt so die vorhandenen Versorgungsstrukturen der Stadt. Die personellen Erfordernisse werden das neue Hospiz vor Herausforderungen stellen, da ausreichend qualifizierter Fachpersonal benötigt wird. Da die Region Mansfeld- Südharz bisher über keinerlei Strukturen der stationären Hospizversorgung verfügt, ist es umso wichtiger, dass die Inklusion der Einrichtung in die vorhandenen Strukturen gelingt. Die Schaffung von Netzwerkstrukturen und immer auch das Einbeziehen der Öffentlichkeit, sind erste Schritte, denn die Hospizarbeit lebt von der Teilhabe, der Unterstützung und dem gesellschaftlichen Bewusstsein der Wichtigkeit dieser Arbeit. Die Inbetriebnahme ist für den 01.01.2022 fest geplant. Dann kann in der Lutherstadt Eisleben eine weitere Versorgungsform angeboten werden. Wenn alles nach Zeitplan läuft, freuen wir uns auf das Begehen des Richtfestes im März 2021.

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